Mit einem positiven Schwangerschaftstest stellen sich plötzlich Tausende von neue Fragen. Viele davon drehen sich um die Ernährung, da die werdende Mutter nun nicht mehr nur für sich alleine isst. Wir beantworten Fragen zum Konsum von Kaffee in der Schwangerschaft und der Stillzeit.

Diese Fragen beantworten wir euch in diesem Blog:

    1. Wie lauten die allgemeinen wissenschaftlichen Empfehlungen für die Menge an Kaffee, die während der Schwangerschaft konsumiert werden kann?

    1. Welche Folgen kann der Konsum von Kaffee in der Schwangerschaft und Stillzeit für die Schlafqualität des Kindes haben?

    1. Kann es zu einer Frühgeburt, Fehlgeburt oder ADHS des Kindes kommen, wenn Kaffee in der Schwangerschaft konsumiert wird?

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1. Empfehlung zum Konsum von Kaffee in der Schwangerschaft und Stillzeit

Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) liegt die Empfehlung für eine gesunde schwangere bzw. stillende Mutter bei höchstens der Hälfte der maximalen Koffeinmenge, die für einen gesunden Erwachsenen gilt1. Der Richtwert entspricht einer maximalen Aufnahme von 200 Milligramm Koffein über den ganzen Tag verteilt, also etwa zwei Tassen Kaffee. Um die Sicherheit des Neugeborenen zu gewährleisten, sollten also nicht mehr als 2 Tassen Kaffee pro Tag getrunken werden, wobei die genaue Menge immer mit dem Arzt besprochen werden sollte.

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2. Auswirkungen auf den Schlaf des Neugeborenen

Schwangere und stillende Mütter möchten häufig nicht auf ihren täglichen Kaffee verzichten. Dafür haben wir volles Verständnis, aber leidet darunter der Schlaf des Kindes? Eine brasilianische Studie über den moderaten Konsum von Kaffee in der Schwangerschaft und Stillzeit ergab keine Auswirkungen auf den Schlaf von Säuglingen im Alter von 3 Monaten2

Die Ergebnisse der Studie werfen Fragen auf, denn die Koffeinkonzentration im Blut des Fötus gleicht der Konzentration der Schwangeren, da Koffein die Plazenta ungehindert passieren kann. So ist unklar, warum selbst ein hoher Koffeinkonsum während der Schwangerschaft sowie in der Stillzeit dennoch keine Auswirkungen auf den Schlaf der Kinder in der Studie hatte. Ein möglicher Grund könnte eine entwickelte Toleranz des Ungeborenen gegenüber Koffein sein, wenn es diesem bereits im Mutterleib regelmäßig ausgesetzt ist. Außerdem sind sich die Wissenschaftler noch nicht einig, wie viel Koffein letztlich über die Muttermilch zum Kind gelangt3.

 

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3. Mögliche negative Auswirkungen auf das ungeborene Kind

Einer Studie zufolge hatten Neugeborene ein höheres Risiko, ADHS oder andere hyperkinetische Störungen zu entwickeln, wenn größere Mengen Koffein konsumiert wurden, die weit über der empfohlenen Höchstmenge lagen. Dabei ist zu beachten, dass auch andere Einflussfaktoren eine Rolle spielten. Diese Studie ist daher nicht auf den Einzelfall übertragbar4.

Was sagt die Wissenschaft über den Kaffeekonsum in der Schwangerschaft?

Leider gibt es noch zu wenige aussagekräftige Studien zu den Auswirkungen von Kaffee in der Schwangerschaft, so dass noch nicht alle Fragen geklärt sind. Nach den vorliegenden Studien und der Empfehlung der EFSA scheint Kaffee für schwangere und stillende Frauen nicht völlig tabu zu sein, wobei es auf die Menge, die Konstitution von Mutter und Kind und die medizinische Beurteilung ankommt.

Andere Studien berichten, dass der mütterliche Koffeinkonsum mit schwerwiegenden negativen Auswirkungen auf die Schwangerschaft verbunden ist5.

Fakt scheint eines zu sein…

Konsumiert die werdende oder stillende Mutter regelmäßig und viel Koffein pro Tag, so sind negative Auswirkungen auf sie selbst und das Kind (z.B. Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, frühzeitige Wehen, Geburtsdefekte und ADHS) nicht auszuschließen.

Ihr möchtet das Risiko nicht eingehen und lieber auf Nummer sicher gehen, dann empfehlen wir euch unsere Decaf Kapseln mit 0% Koffein. Wir entkoffeinieren unseren Kaffee übrigens ohne den Einsatz von Chemikalien und nutzen hierfür das Swiss-Water-Verfahren

Schaut gerne bei unseren anderen Blogeinträgen zu Mythen über Kaffee und zu den gesundheitlichen Vorteilen von Kaffee vorbei.

 

Quellen:

1EFSA (2015): EFSA erklärt Risikobewertung: Koffein.

2Santos IS, Matijasevich A, Domingues MR. (2012): Maternal caffeine consumption and infant nighttime waking: prospective cohort study. Pediatrics; 129(5):860-8.

3Starostzik C. (2012): Kaffee: Der Nachwus trinkt mit. ÄrzteZeitung

4Linnet KM, Wisborg K, Secher NJ, Thomsen PH, Obel C, Dalsgaard S, Henriksen TB. (2009): Coffee consumption during pregnancy and the risk of hyperkinetic disorder and ADHD: a prospective cohort study. Acta Paediatr; 98(1):173-9.

5James JE. Maternal (2021): caffeine consumption and pregnancy outcomes: a narrative review with implications for advice to mothers and mothers-to-be. BMJ Evid Based Med; 26(3):114-115.